Die geschichtsträchtige Stadt, der man nachsagt, sie sehe aus wie Wien am Meer, ist zwar von Touristen nicht unentdeckt geblieben, aber keineswegs so überlaufen wie andere Gegenden in Italien. Und so bricht man per modernem Railjet vom Hauptbahnhof aus direkt nach Triest auf.
Riverrun, past Eve and Adam's ...
Ja, der Reisende hat "Finnegans Wake" in englischer Fassung daheim und hat sich auch daran versucht. Beim Erarbeiten der Reiseunterlagen stellt er nämlich fest, dass James Joyce eine bedeutende Zeit in Triest verbracht hat.
Am Tag der Ankunft jedoch begibt sich der Reisende jedoch zuerst einmal zur Piazza Unità d'Italia ...

... auch um am Lloyd Palast einen Brunnen abzulichten.

Auf dem Weg zur Molo Audace findet man die "Le Ragazze di Trieste" vor, welche die Erinnerung an die Angliederung von Triest an den italienischen Staat mit der Ankunft des italienischen Kriegsschiffes "Audace" (auf Deutsch wohl "Kühn") erinnern sollen.

Schon befindet man sich auf besagter Mole ...

... an deren Ende eine Bronzetafel an die Ankunft der Italiener am 3. November 1918 erinnert.

Die k&k Monarchie hat man aber nicht ganz vergessen, so befindet sich etwas weiter weg eine Statue von Josef Ressel, dem Erfinder der modernen Schiffsschraube.

Es geht weiter zum Canal Grande ...

... mit der Kirche des Sant' Antonio Taumaturgo ...

... und der serbisch orthodoxen Kirche der Dreifaltigkeit und des Heiligen Spyridon.

Am Abend ein kleiner Lichtblick in Form des Cafes "Stella Polare", wo man auch einkehren wird. Dieses hat auch Joyce gerne besucht.

Die Stadt im Wandel
Tags darauf geht es an der Fontana die Montuzza vorbei ...

... zum Castello di San Giusto ...

... in dessen Innenhof die vom Rathaus abmontierten Originale von "Michez und Jachez" warten.

Auf der Bastei bekommt man ein tolles Panorame vor die Linse ...
... im Speziellen die maroden Lagerhäuser, welche laut Auskunft von triestinischen Wissenden zu Zeiten Maria Theresias begründet wurden.

Doch dazu später mehr. Noch spaziert man in der Burg umher, blickt in den Innenhof ...

... auf die Kathedrale von Triest ...

... und in die Untergewölbe der Burg ...

... wo es diverse Ausgrabungen, unter anderem dieses Schachbrettmosaik aus Quadraten und Dreiecken zu betrachten gibt.

In einer Ausstellung der Burg stolpert der Besucher über den Heiligen Sergio von Triest, dem die Stadt das Wappen zu verdanken hat ...

... und auf verschiedene Waffengattungen.

Die Kathedrale ...

... zeichnet sich durch einen sehr schmucken Altar aus.

Nach einem kurzen Sprung ins Winckelmannmuseum ...

... welches neben seinen Ausgrabungen auch die Begräbnisstätte des Archäologen beherbergt ...

... sputet man nach einer kurzen Ladepause in der Herberge in Richtung Marinemuseum, wo man an diesen alten Lagerhallen vorbeikommt ...

... die einen sehr speziellen Charme aufweisen.

Im Marinemuseum selbst findet sich unter anderem ein Ausstellungsstücke, welches dem berühmten italienischen Radio- und Funkpionier Marconi gedenkt ...

... navale Austattung ...

... Schiffsmodelle ...

... noch einmal Marconi in Form eines Echometers von der Yacht "Elettra" ...

... eine Sonnenuhr ...

... Busolen ...

... Sextanten ...

... und in der Bibliothek der Tauchroboter "Pluto".

Als man auf dem Rückweg am Eingangsbereich des wissenschaftliche Museums gleich nebenan vorbeikommt, findet man ein interessantes Zitat des italienischen Physikers Paolo Budinich vor.

Nach dem Besuch einer Olivenölmesse, wo fleissig eingekauft wird, folgt ein nächtlicher Blick auf den Canal Grande vor dem Zubettgehen.

Am nächsten Tag übersetzt man mit der Fähre nach Muggia.
... wo man alsbald, an Schiffsriesen vorbei ...

... die Kutter und die Küstenlinie betrachtend ...

... die kleine Stadt in der Nähe der Grenze zu Slowenien erreicht.

Pitorreske Gassen ...

... und eine neugierige Taube verleiten zum Verweil, der mit Speis' und Eis abgerundet wird.

Nach einem Blick auf die abendlich erleuchtete Fassade des Palazzo del Municipio, welcher in italienischen Nationalfarben erstrahlt, geht es wieder zurück ins Quartier.

Ein schöner Ort, der seiner Majestät gefällt
Tags darauf führt die Buslinie Nummer 6 den Besucher ins Schloss Miramare, welches von Ferdinand Maximilan von Österreich und seiner Frau Charlotte von Belgien ausgestaltet wurde.

Beim Besuch fällt die beindruckende Treppe sofort ins Auge ...

... und auch die Bibliothek lässt auf ein belesenes Herrscherpaar schließen.

Man passiert die Gemächer von Charlotte ...

... und bewundert den Meeresblick, welcher die Fenster in verschiedene Blautöne unterteilt.

Im Obergeschoss ...

... wieder famose Aussichten ...

... und, so glaubt man, eine "Hammer and Beam"-Decke im Thronsaal ...

... in dem auch der Thron nicht fehlen darf.

Charlottes Szepter ...

... wird vom Tisch, auf dem Maximilian seine Ernennung zum Kaiser von Mexiko unterzeichnete, abgelöst. Hier die Tischplatte mit wertvollen Einlegearbeiten.

Ein letzter Blick von der Stiege ...

... und es geht hinaus ...

... in den Park, wo Wege und Tunnels die Neugier des Besuchers wecken.
Schließlich verlässt man das Gelände; und nach einem kurzen Blick zurück ...

... stolpert man auf dem Weg in die Herberge noch über das Römische Theater in Triest.

Bei einem letzten Abendspaziergang in der Stadt trifft der Reisende auf eine Statue des italienischen Schriftstellers und Dichters Umberto Saba ...

... bald jedoch führt der Weg am Nachmittag des Folgetages wieder mit der Eisenbahn zurück nach Wien.
Intorno
circola ad ogni cosa
un'aria strana, un'aria tormentosa,
l'aria natia.
(Aus: Umberto Saba, "Trieste")
