Die Heiligen drei Könige fallen auf einen Wochentag und diese gewonnene Freizeit gilt es für einen Tagesausflug nach Eisenstadt zu nutzen.
Man landet nach der Autofahrt auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz beim Schloss und nach kurzem Rundgang nicht nur vor dem Kalvarienberg mit dem interessanten Dach ...

... sondern auch, im noch nach Weihrauch duftenden, Inneren der Bergkirche ...

... wo sich die, heute nicht zugängliche, Gruft des Komponisten Joseph Haydn befindet ...

... und die Haydn-Orgel.

Nach diesem Kurzbesuch geht es zum Schloss Esterházy, bei der Umrundung einmal in Frontansicht ...

... und einmal vom Parkbereich aus gesehen. Auffallend sind die prunkvollen Säulen.

Beim Gang durch den Park stolpert der Reisende auch über die Stadtmauer, im Zuge dessen wird aufgeklärt, dass die Eisenstädter während der Türkenbelagerung Schutzgelder bezahlen mussten und konnten, auch deshalb, weil die Gegend für damalige Verhältnisse reich gewesen sei.
Es folgt ein Blick zum Leopoldinentempel, in welchem eine vom damaligen Schlossherr Nikolaus II. in Auftrag gegebene Statue seiner Tochter Leopoldine verweilen soll.

Schließlich, im Inneren des Schlosses, der Empiresaal ...

... und abwechslungsreiche Räumlichkeiten, wie der "Kleine Chinesische Salon", ...

... oder ein opulenter Spiegel im "Großen Chinesischen Salon".

Die Tapeten an den Wänden sind im echte, im Auftrag gefertigte, chinesische Malereien auf Seidenpapier.
Auch die Schnitzereien um den Spiegel herum sollen aus China stammen. Verwundert stellt sich der Fotograf in Bezug auf die beiden Sphinxen oberhalb des Spiegels die Frage, wie stark wohl westliches Kulturdenken in diese Kunstwerke eingeflossen sein mag, denn mit dem Fernen Osten verbindet er eher Darstellungen von Drachen als solche von Löwen mit Menschenköpfen.
Im Halbgeschoss darüber werden die ehemaligen Räumlichkeiten der Dienerschaft vorgestellt, welche für damalige Maßstäbe sehr geräumig gewesen sein sollen. Es wird betont, dass die Esterházys Wert auf das Wohlbefinden des Gesindes gelegt hatten, mit dem Ansinnen, dieses längerfristig zu halten.

Den Abschluss findet die Führung in der Schlosskapelle ...

... wo ein Satz aus der sogenannten Nelson-Messe ("Missa in angustiis") vernommen werden darf. Ja, es handelt sich um diesen Admiral Nelson, den, der die napoleonische Flotte vernichtend geschlagen hatte und so sichtlich unterstützend darin war, die französische Gefahr für die Burgenländer zu bannen.
Der Höhepunkt des Besuchs ist der Haydn-Saal im Schloss ...

... mit seinen Säulen und den Deckenfresken. Hier glaubt der Reisende Apollon mit der Fackel, Dionysos mit dem Weinkrug, Artemis mit Mondsichel, Bogen und Pfeilköcher und Hades mit dem dreiköpfigen Kerberos zu erkennen.

Das Untergeschoss erlaubt einen Blick in die Schlossküche ...

... und in den Weinkeller mit wirklich zum Teil sehr alten, dort flaschengelagerten, Weinen.

Zum Abschluss folgt ein abendlicher Spaziergang in der Fußgängerzone "der kleinsten Großstadt der Welt", wie an den Eingangs befindlichen Tafeln zu lesen ist.

